Rollkunstläufer auf der Zielgeraden

Hinten v.l.: Hanna Michels, Sina Pissarius, Maira Plaßmann, Finnja Teige / Vorne v.l.: Milena Haase, Antonia Bichmann

v.l.: Antonia Bichmann, Sina Pissarius, Finnja Teige, Maira Plaßmann, Hanna Michels, Milena Haase

Auf dem Weg zum Saisonhöhepunkt der Rollkunstläufer – der Deutschen Meisterschaft Ende Juli in Bremerhaven – konnten die Sportlerinnen des TV Datteln einen weiteren Meilenstein erfolgreich abhaken: Bei den Norddeutschen Meisterschaften in Kiel lief das Sextett aus der Kanalstatt vier Medaillen ein.
10.07.2018

Bei der „Kieler Woche“ ging es für die Rollkunstläufer aus den nördlichen Bundesländern der Republik in diesem Jahr ausnahmsweise nicht um schnelle Regatten, Riesenrad und Feuerwerk. Bei den Norddeutschen Meisterschaften in der Hafenstadt standen vielmehr präzise Pflichtbögen, eindrucksvolle Choreographien, grazile Pirouetten und nicht zuletzt schnelle Sprünge auf dem Programm.

Den Anfang aus Dattelner Sicht machte Milena Haase bei den Schülerinnen D – Premiere für die achtjährige auf überregionalem Parkett. Als jüngste Läuferin im Dattelner Team zeigte sie sich unbeeindruckt von der neuen Konkurrenz und konnte Ihre Wertung im Vergleich zur Landesmeisterschaft bei allen Wertungsrichtern um einen guten Punkt steigern. Platz fünf im Endergebnis bedeutete gleichzeitig auch Platz eins im Landesverband und sorgte nicht nur für ein breites Lächeln bei Milena, sondern stimmte gleichzeitig auch Trainerin Patricia Schmitz zuversichtlich. „Milena hat ihre Premiere hier in Kiel ganz souverän gemeistert. Die Norddeutsche war das höchste, was sie in diesem Jahr erreichen konnte – den Wettbewerb der Schüler D gibt es bei den Deutschen Meisterschaften nicht. Insofern bin ich aus Trainersicht natürlich sehr stolz auf die Leistung unseres Kükens“, erzählt Patricia Schmitz.

Ebenso zufrieden konnte Antonia Bichmann sein. Bei den Schüler C Mädchen stellte sie sich schnell auf den unruhigen Holzboden der Kieler Haller ein und zeigte eine sehr routinierte Leistung. Ohne große Fehler lief sie ins Mittelfeld und landete auf Platz sieben in einem starken Teilnehmerfeld, das vom niedersächsischen Nachwuchs – insbesondere aus der Talentschmiede Wolfsburg – dominiert wurde.

Pflicht-Silber für Hanna Michels

Mit Hanna Michels und Finnja Teige kamen im Wettbewerb der Schülerinnen B die erste Medaille hinzu. Während beide Sportlerinnen im ersten Gegendreier wackelten, fand das Duo auch geschlossen zurück zur gewohnten Stärke und beendete den Wettbewerb auf den Plätzen zwei und vier. „Trotz des verpatzten ersten Bogens haben die beiden sich absolut nicht aus der Ruhe bringen lassen. Da merkt man, dass sie inzwischen auch in der Pflicht viel Wettkampferfahrung haben und in der Lage sind, einen kühlen Kopf zu bewahren“, lobt Schmitz ihre Schützlinge.

Hanna Michels hatte sich auch in der Kür für die Norddeutsche Meisterschaft qualifiziert – für sie der letzte Test vor der Deutschen Meisterschaft in Bremerhaven.  Im Vergleich zur Landes konnte sie sich nochmal deutlich steigern – lediglich Doppel-Flip und Doppel-Lutz wollten ihr noch nicht mit vollen zwei Umdrehungen gelingen. Am Ende bedeutete das Platz fünf in einem starken Teilnehmerfeld. „Bis zur Deutschen wollen wir nochmal eine Schippe drauflegen. Der Trainingsfokus in den kommenden Tagen wird bei Hanna klar auf den schwierigeren Doppelsprüngen liegen. Auch läuferisch will sie sich nochmal steigern“, so Schmitz über die Vorbereitungen zur Deutschen Meisterschaft.

Pissarius und Plaßmann bei den Schüler A weit vorne

Zum Dattelner Sextett gehörten außerdem Sina Pissarius und Maira Plaßmann. Die inzwischen schon alten Hasen machten es der Konkurrenz im Pflichtwettbewerb der Schülerinnen A nicht leicht und beanspruchten nach einem sehr guten Wettbewerb die Plätze zwei und drei für sich. „Sina hatte sogar ein Zehntel mehr Punkte als die Erstplatzierte Anne Sophie Schiefer aus Wolfsburg. Hier entschied jedoch die Majorität – eine 3:2 Entscheidung der Wertungsrichter“, so Patricia Schmitz.

Im Kürwettbewerb stand dann nicht nur die Leistung an sich im Vordergrund, sondern auch die richtige Taktik. „Das Leistungsniveau bei den Schüler A ist extrem hoch und in der Kurzkür wird jeder noch so kleine Fehler bestraft. Da Maira im Training etwas unsicher war, haben wir die Sprungkombination kurz vorher umgestellt – diese Flexibilität muss man haben“, erklärt Patricia Schmitz. Die Sprungkombination aus Toelopp und Salchow stand Maira sicher, musste jedoch beim Doppel-Lutz einen Sturz hinnehmen und landete knapp auf Platz 10. Ihre Teamkollegin Sina Pissarius lief ein sauberes Programm, zeigte ihr Können und gab sich mit Platz 5 höchst zufrieden. „Bei Sina wäre in der Kurzkür nicht mehr drin gewesen, dafür ist die Konkurrenz aus Niedersachen aktuell einfach zu stark“, ordnet Schmitz das Ergebnis ein. In der langen Kür konnte Sina an ihre Leistung aus der Kurzkür anknüpfen und überzeugte durch tolle Sprungkombinationen und einen Doppel-Rittberger, den sie zwar stürzte, der dafür jedoch die volle Umdrehung hatte. Zwar rutschte Jossy von Aaken aus Niedersachsen noch einen Platz vor, dennoch war die 13-Jährige mehr als zufrieden mit dem Ergebnis – insbesondere auch, weil sie in der Kombinationswertung nochmal Silber um den Hals tragen durfte.

Auch Maira Plaßmann konnte sich in der langen Kür leistungstechnisch nochmal steigern. Sie trug ihre Choreographie mit tollem Ausdruck vor und war sehr präsent auf der Bahn. Zwar wollten Doppel-Lutz und Doppel-Flip nicht gelingen, allerdings überzeugte sie mit schnellen Pirouetten und konnte den zehnten Platz somit halten. In der Kombinationswertung war das Glück dann nicht auf ihrer Seite – mit deutlich mehr Punkten als die Drittplatzierte musste sie sich dennoch mit dem undankbaren vierten Platz neben dem Podium zufriedengeben. „Die Wertung nach Majorität schein in unserem Sport manchmal nicht fair, aber so sind eben die Regeln – mal profitiert man davon, mal muss man einstecken“, resümiert Patricia Schmitz.

Für Maira Plaßmann, Sina Pissarius und Hanna Michels heißt der Endspurt vor den Ferien jetzt auch Endspurt vor dem Saisonhöhepunkt. In den nächsten Tagen legen sie nochmal alles in die Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften. „Ich bin guter Dinge, was die Wettbewerbe betrifft. Wir rechnen uns keine Medaillen aus, können aber sicher vorne mitmischen“, so die Prognose der Dattelner Trainerin.

Alter: 7 Tage
Von: Janna Carina Bülhoff

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