Self-Control-Training-System

Theoretische Grundlagen...und intensives Powertraining!

Sicherheits- und Deeskalationstraining der VHS im TV Datteln 09 Vereinsheim
14.02.2016

Am 13./14.02.2016 startete die VHS Datteln mit ihrem 3. Sicherheits- und Deeskalationstraining für Frauen und Männer ab 16 Jahre.
Angetreten waren 16 Teilnehmer/Innen aus den verschiedensten Berufsgruppen, im Wesentlichen Lehrkräfte, Mitarbeiter/Innen aus Arztpraxen  bis hin zu Bankangestellten.

In ihren Erwartungen wurde fast einheitlich der Wunsch formuliert, sich sowohl im beruflichen Alltag wie auch auf öffentlichen Wegen und Plätzen sicherer zu fühlen bzw. effektiv zur Wehr setzen zu können.
Das Thema „Übergriffe in Köln in der Silvesternacht“ trat bei den Schilderungen der Teilnehmer/Innen dabei eher in den Hintergrund.
Thematisiert wurde deshalb neben einem recht neuen Phänomen, dem „Antanztrick“, die aktuelle Situation in unseren Städten und wie man sich künftig besser auf spontane „Gewaltereignisse“ einstellen bzw. dagegen wappnen kann.

Unter der Überschrift „Gefahreneinschätzung“ wurde bei Straftaten wie Körperverletzung, Raub (Abziehen) sowie sexuell motivierten Straftaten die sogenannte „Vortatphase“ schwerpunktmäßig beleuchtet.
Genau in dieser Phase, wo es primär um die Auswahl von Opfern, geeigneten Tatorten sowie günstigen Tatgelegenheiten geht, bestehen laut Sicherheits- und Deeskalationstrainer Dietmar Schirrmacher die besten Möglichkeiten sich entsprechend frühzeitig einer solchen Situation zu entziehen.
Hier übten die Teilnehmer/Innen eine sich plötzlich gefährlich entwickelnde Situation rechtzeitig zu erkennen, einzuschätzen und entsprechende Verhaltensmuster abzurufen.

Zu den theoretischen Schwerpunkten des Sicherheitstrainings gehörten die Trainingsmodule Wahrnehmung (wie betrachte ich mein Umfeld und wie sieht mein Umfeld mich), Selbstbehauptung (angefangen von einer starken Körpersprache bis hin zu Deeskalationsstrategien), Stressregulierung sowie juristische Aspekte der Notwehr/Nothilfe.
Vielfältige Übungssequenzen in Rollenspielen und Konfrontationstrainings sollten hierbei der intensiven Einprägung  immer gleicher Verhaltensweisen in Konfliktsituation dienen.

Mit einem ebenso intensiven Ansatz wurden im praktischen Teil Schutz- und Selbstverteidigungstechniken für die Ausnahmesituation eines hinterhältigen Übergriffs einstudiert. Hierbei ging es darum, den Teilnehmern wenige und leicht erlernbare, dafür aber schnelle und für den Angreifer nicht einschätzbare technische Lösungen zu vermitteln, die mit solider Härte in wenigen Sekunden aus kritischen Situationen heraushelfen können.
Unter dem Motto „nur gucken - nicht anfassen!“ übte die Gruppe mit verschiedensten Trainingsformen und psychologischen Verstärkern effektive Selbstverteidigungstechniken ein.  Mit wechselnden Trainingspartnern/Innen sowie Intensivübungen an entsprechenden Übungsgeräten lernten die Teilnehmer/Innen ihre eigenen Stärken sowie ihre  physischen Grenzen kennen. Diese Grenzen zu durchbrechen, um auch im Krisenfall gewappnet zu sein, war hier das primäre Trainingsziel.

Sicherheitstrainer Dietmar Schirrmacher legt dabei großen Wert auf eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis. Nur Selbstverteidigungstechniken zu lernen greift hier zu kurz, da sich durch entsprechende Verhaltensmuster und eine gute Wahrnehmung ein Teil der sich anbahnenden Vorfälle bereits im Vorfeld entschärfen bzw. vermeiden lässt.

Die Rückmeldungen in der Feedbackrunde am Ende des zweitägigen Kurses waren durchweg positiv. Besonders hervorgehoben wurden von den Teilnehmer/Innen die folgenden Punkte:

- Erkennen der eigenen körperlichen Möglichkeiten und Stärken.

- Geschärftes Bewusstsein für das eigene Auftreten und die Wirkung auf andere.

- Erlernte Strategien für eine deeskalierende Kommunikation, um eine kritische Situation nicht unnötig weiter zu verschärfen, sowohl im privaten wie auch im beruflichen Umfeld.

- Gute Mischung aus theoretischen und entsprechenden praktischen Modulen zur Vertiefung.

Ebenso positiv wie die Rückmeldungen war auch der Eindruck des Trainerteams von der Gruppe. Alle Teilnehmer/Innen waren motiviert und mit Begeisterung dabei und brachten eigene Erfahrungen mit in den Kurs ein.

Die Veranstaltung „Self-Control-Training-System“ versteht sich als Basistraining, auf die der Teil II „face to face“ aufbauen wird. Hier werden erweiterte Inhalte aus dem Bereich Stresskontrolle in Extremsituationen, Kommunikation im Vorfeld, Hilfe organisieren und Zivilcourage zeigen theoretische Schwerpunkte sein. Dazu wird neben intensiven Wiederholungstrainings die Verteidigung aus bzw. in der Bodenlage sein. Der Spezialisierungskurs wird wieder über die VHS Datteln ausgeschrieben werden. Informationen unter:

Volkshochschule Datteln
Kolpingstr. 1
45711 Datteln
Tel. 02363 – 107 412
Mail: vhs@stadt-datteln.de

Wer Interesse an umfassendem, regelmäßigem Selbstverteidigungstraining hat, ist bei der Jiu-Jitsu Abteilung des TV Datteln 09 herzlich willkommen. Hier wird Jiu-Jitsu mit hohem Realitätsbezug in Kombination mit Deeskalationsstrategien trainiert. Interessenten können sich hier auf der Homepage des TV 09 über die Jiu-Jitsu Abteilung informieren. Hier wird der Spezialisierungskurs „face to face“ ebenfalls angekündigt werden.